16.03.1926 Kohlen und Abschied von Gran Canaria – „Die Maschine ist Schuld!“

Der Stabsarzt inspizierte empört seine Räumlichkeiten und stellte fest, dass überall feinster Kohlenstaub zu finden war. Er rief seinen Adjutanten heran, der ihm erklärte:

„Das ist ja eine Schweinerei!“ schalt der Stabsarzt […]

„Bitte sehen sie sich mein weißes Jacket an!“ dabei drehte er sich im Kreise, „bitte hier! bitte hier!“

„Daran ist einzig die Maschine Schuld!“ sagte Wehrkamp mit Grabesstimme.

„Gewöhnen sie sich daran Herr Stabsarzt: auf Kriegsschiffen ist an allem die Maschine Schuld. Wir wollen über den Ozean. Wir könnten schlechtes Wetter bekommen, und für die damit verlängerte Fahrt würden unsere Kohlenbestände in den Bunkern nicht reichen. So entschloß der Kommandant, Deckslast zu nehmen, aber Schuld an den damit verbundenen Beschwerden ist nur die Maschine. Sie werden es gleich beim Essen hören!“

Nach weiteren drei Tagen waren die Kohlen an Deck verbraucht und niemand beschwerte sich mehr über den Dreck.


Quelle: Hans-Georg von Friedeburg: 32000 Seemeilen auf blauem Wasser. Erlebnisse auf der Weltreise des Kreuzers „Hamburg“ 1926/1927. Wilhelm Köhler Verlag, Minden in Westfalen, o.J. um 1928

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