25.04.1926 Totenfeier

Am Sonntagmorgen rief die Schiffsglocke zur Totenfeier.

„In deiner Hand ist Himmel, Erde und Meer! Darum fürchten wir uns nicht, wenn auch das Meer wütet und wallt! Lehre uns bedenken, dass nur ein Schritt ist zwischen uns und dem Tode, damit wir christlich Leben und heilig sterben!“

 „Front nach Steuerbord!“

„Fallreep!“

Die Besatzung verabschiedete sich von ihrem Kameraden während leise die Musik die „Weise vom Kameraden“ spielte.

Sechs Kameraden trugen ihn zum Fallreep, sechs Kadetten erwiesen ihm dort als Fallreep-Gasten die letzte Ehrenbezeugung. Nach einem Pfiff wurde er seinem so geliebten Meer übergeben, während das Schiff still dalag und die Maschinen gestoppt waren.

„Schlafe wohl auf tiefen Grunde,

von der Brandung angewiegt,

deiner Mutter bring ich Kunde,

wo ihr Kind begraben liegt“

 

Die Maschinentelegraphen klingelten und die „Hamburg“ nahm wieder Fahrt auf. Der Kommandant richtete noch einen Nachruf des Verstorbenen an die Besatzung und ermahnte, dass man den Kameraden nicht vergesse.


Quelle: Hans-Georg von Friedeburg: 32000 Seemeilen auf blauem Wasser. Erlebnisse auf der Weltreise des Kreuzers „Hamburg“ 1926/1927. Wilhelm Köhler Verlag, Minden in Westfalen, o.J. um 1928

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