Empfang Honolulu

18.06.1926 Oʻahu

Gleich nach dem Anlegen eilten junge Mädchen auf das Schiff und legten jedem der Besatzung einen „Lei“ um, eine Kette aus Nelkenköpfen. Symbolisch sollten so Gäste mit der Insel verbunden werden. Beim Verlassen der Insel wirft man den zerissenen Kranz ins Meer und entsendet so der Insel einen letzten Gruß. Obwohl auf der Insel nur wenige Deutsche leben, wird sich redlich bemüht um die Gäste. Heer und Marine organisieren viele Fahrten rund um die Insel und ihr Inneres.

Neben den Ausflügen mussten diverse anfällige arbeiten am Schiff erledigt werden. Vier Kessel mussten gereinigt werden, Haupt- und Hilfsmaschinen mussten überholt werden und neue Scheiben für den Artilleriedienst mussten gefertigt werden. Die Ausbildung kam natürlich nicht zu kurz und so wurde beim Bootsdienst zum Segeln übergegangen.

Es wurden weiterhin Artillerie- und Torpedoübungen durchgeführt.


Quelle: Hans-Georg von Friedeburg: 32000 Seemeilen aQuelle: Hans-Georg von Friedeburg: 32000 Seemeilen auf blauem Wasser. Erlebnisse auf der Weltreise des Kreuzers “Hamburg” 1926/1927. Wilhelm Köhler Verlag, Minden in Westfalen, o.J. um 1928uf blauem Wasser. Erlebnisse auf der Weltreise des Kreuzers “Hamburg” 1926/1927. Wilhelm Köhler Verlag, Minden in Westfalen, o.J. um 1928

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09.06.1926 Die „Hamburg“ verlässt die Vereinigten Staaten

Am 9. Juni verließ die „Hamburg“ die Staaten mit dem guten Gewissen der Mission gerecht geworden zu sein; als Kriegsschiff Friedensträger zu sein!


Quelle: Hans-Georg von Friedeburg: 32000 Seemeilen auf blauem Wasser. Erlebnisse auf der Weltreise des Kreuzers “Hamburg” 1926/1927. Wilhelm Köhler Verlag, Minden in Westfalen, o.J. um 1928

01.06.1926 „San Francisco“

Am 1. Juni passierte der Kreuzer das „goldene Tor“ und lief in San Francisco ein. Der Kommandant, seine Offiziere und eine Abordnung Kadetten wurden in geschmückten Automobilen, angeführt von berittener Polizei, feierlich abgeholt. Es ging die „Market Street“ entlang, die ein Meer aus schwarz-weiß-roten und amerikanischen Fahnen bildete. Überall waren Wimpel und Plakate mit Willkommensgrüßen zu sehen. Das Ziel dieses Spektakels war das Rathaus. Der Bürgermeister James Rolph („Sunny Jim“) begrüßte die Besatzung im Beisein tausender:

Zum ersten male seit Kriegsende wehen in den Straßen einer Stadt der Vereinigten Staaten und hier in dieser Stadthalle, die noch 55 Fuß höher ist als das Kapitol in Washington, die Farben der deutschen Republik und das Sternenbanner nebeneinander. Und wir in San Francisco sind stolz darauf, dass wir die erste Stadt sind die den Besuch eines deutschen Kreuzers begrüßen kann. Ihnen zu Ehren wird die größte Straße San Franciscos Flaggenschmuck tragen, solange ihr Schiff im Hafen liegt, und Ihnen zu Ehren wird die Kuppel des Kapitols jeden Abend erleuchtet sein.

Auch in dieser Stadt war das Programm reichhaltig: Festessen in der Handelskammer, Besichtigung der Universitäten California und Standfort, Abstecher nach Oakland, Bankett beim deutschen Generalkonsul, Einladung der amerikanischen Marinestation nach „Yerba Buena“, Parade eines Batallions im Presidio und ein Ball der „upper four hundred“.

All diese Ereignisse nutzten die amerikanischen Behörden um zu signalisieren

Der Krieg ist vorüber! Lasst uns vergessen! Wir wünschen mit einem so standhaften und mächtigen Volke, dass uns so viele brave Bürger geschenkt hat, fortan in Frieden und Freundschaft leben!


Quelle: Hans-Georg von Friedeburg: 32000 Seemeilen auf blauem Wasser. Erlebnisse auf der Weltreise des Kreuzers „Hamburg“ 1926/1927. Wilhelm Köhler Verlag, Minden in Westfalen, o.J. um 1928