23.07.1926 Japan

(leider ist ist dieser Eintrag verspätet)

14 TaJapanische Händlerge nach der Abreise aus Amerika kamen die Lichter Nippons in Sicht. In der „Tateyama-Bucht“ wurde das Schiff von seinen Schönheitsfehlern befreit. Diese optische Auffrischung brauchte einen ganzen Tag.

Am 23. Juli fuhr die „Hamburg“ in den Hafen von „Yokohama“ ein. Die Spuren des Erdbebens von 1923 waren immer noch deutlich zu sehen. So lagen die Sperrforts von Yokohama immer noch in Trümmern, die Dämme waren eingesunken, zerrissene Eisengerüste und umgeworfene Geschütze waren überall zu sehen. Die Stadt selbst und auch Tokio präsentierte sich ihnen in einem Mix aus Hochhäusern, die das Beben überstanden haben,Holzhäusern und Bretterbuden, die wie zuvor, von der Bevölkerung einfach wieder an Ort und Stelle errichtet wurden.

Von Seiten der Regierung wurden sie formvollendet empfangen. Der deutsche Botschafter Exzellenz Wilhelm Heinrich Solf und sein Mitarbeiterstab hatten ein reichhaltiges Programm für die Gäste vorbereitet. Die Besatzung der „Hamburg“ durfte mit Staats- und Elektrobahnen frei fahren und Tempel Osakahatte eine beträchtliche Gelder zur Verfügung, die von Ansässigen Deutschen gesammelt worden war. Mit dem „Deutschen Verein“ von Tokio ging es zu den „Daibutsu von Kamakura“ (den Großen Buddha (jap. 大仏 daibutsu)). Der japanische Kriegshafen „Yokosuka“ wurde besichtigt.

Dieser Besuch war für die Besatzung eher frustrierend. Sie sahen eingezogene deutsche Unterseeboote in erbärmlichen Zustand und gleich daneben die stolzen und modernen Schiffe der Japaner. Nach dem Krieg wurden den Deutschen U-Boote und Flugzeuge verboten und die Flotte dezimiert. In der Werft lag der mächtige Schlachtkreuzer „Kongo“, der als Artillerieschulschiff Verwendung fand und gleich daneben der Flugzeugträger „Kaga“. Den vor drei Tagen erst in Dienst gestellten „Kako“ sahen sie ebenso. Die „Hamburg“ hielt gegen solch moderne Schiffe nicht stand und war im direkten Vergleich veraltet und nicht der Stand der Technik.

Der Stationschef Admiral Kato (vermutlich Katō Sadakich) lud zum Mittagessen ein und so endete die Besichtigung des Marinehafens.

Ein Ausflug auf die heilige Insel „Enoshima“ folgte als nächstes und damit inbegriffen ein Besuch im Teehaus „Iwamoto“. Dort versuchte der „deutsche Verein“ den Besuchern die japanischen Sitten beizubringen (Schuhe ausziehen vor dem betreten des Hauses, die kniende Haltung am Tisch, das essen mit Stäbchen, usw.).

Der Vizeadmiral „Suzuki“ (vermutlich Kantarō Suzukilud ins Teehaus „Kojo-Ken“  ein. Die japanischen Offiziere, die mit eingeladen waren, konnten fast alle Deutsch und dolmetschten so für die Besucher, die sich  angeregt mit den Blumenmädchen unterhielten. Sogar eine Geisha war anwesend, die am Tisch des Vizeadmirals kauerte und diesen bediente. Zu späterer Stunde führten einige Geishas einen tanz vor, der die Besucher sehr beeindruckte. Ähnliches bekamen sie später im „Shochiku-Theater“ wieder zu sehen.


Quelle: Hans-Georg von Friedeburg: 32000 Seemeilen aQuelle: Hans-Georg von Friedeburg: 32000 Seemeilen auf blauem Wasser. Erlebnisse auf der Weltreise des Kreuzers “Hamburg” 1926/1927. Wilhelm Köhler Verlag, Minden in Westfalen, o.J. um 1928uf blauem Wasser. Erlebnisse auf der Weltreise des Kreuzers “Hamburg” 1926/1927. Wilhelm Köhler Verlag, Minden in Westfalen, o.J. um 1928

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2 Gedanken zu “23.07.1926 Japan

  1. moin, Daniel,

    Die fragliche Bucht ist wohl die von Tateyama an der Südspitze der Bucht von Tokyo
    https://www.google.de/maps/place/Yokohama,+Pr%C3%A4fektur+Kanagawa,+Japan/@35.4838286,139.306483,9z/data=!4m2!3m1!1s0x60185becbbb66509:0x69683f660285400

    Der Stützpunkt ist Yokosuka, nicht Nokosuka.
    http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php?topic=21393.0

    Die Kongo war ein Schlachtkreuzer bzw. ein schnelles Schlachtschiff
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kong%C5%8D_(Schiff,_1912)

    Das besuchte brandneue Schiff war der Kreuzer Kako (i.D. 20.7.1926)
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kako_(1926)

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Urs,

      vielen herzlichen Dank für deinen Beitrag. Als Laie fallen mir solche Details schwer. Sobald Google mir nichts liefert, dann endet meist die Recherche schnell.
      Ganz dickes Danke!
      Daniel

      Gefällt mir

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