05.10.1926 Surabaya

Nach dem Fest ging es an der Insel „Celebes“ (heute Sulawesi) wieder südwärts in Richtung Java. Am 5. Oktober erreichte die „Hamburg“ „Surabaya“. Vier Wochen sollte der Aufenthalt in Niederländisch-Indien dauern. Dieser wurde durch die niederländischen Gastgeber aber vor allem durch dort ansässigen großen deutschen Vertreter zu einem großen Erfolg.

In „Surabaya“ wurde die dortige Messe in deren Ausstellungshallen besichtigt. Der Bürgermeister von „“Medan“ begrüßte die Mannschaft und bot ihnen Quartier für mehrere Tage in einer Kaserne. Der Gouverneur der Ostküste von Sumatra  und der Generalgouverneur in „Buitenzorg“ (Bogor) luden zum Abendessen ein. Die Stimmung zwischen Holländern und Deutschen wurde als „einstimmig“ bezeichnet und zeugte vielleicht daher, dass das Schiff von anderen Nationen, insbesondere der USA, sehr herzlich empfangen wurde.

Surabaya Markt

Surabaya Markt

Die deutsche Auslandszeitung „Die Wacht“ schrieb:

„Nicht mehr lange wird es dauern, und wir werden ein Stück unseres Vaterlandes hier draußen sehen. Im Oktober wird der Schulkreuzer „Hamburg“ auf der Reede von Batavia erwartet. Wehmut und stolz werden miteinander ringen, wenn wir des kleinen Kreuzers ansichtig werden; aber schließlich werden der Stolz und die Freude siegen, der Stolz trotz allem auf unser Vaterland.“

Unter diesem Motto sah auch die Besatzung ihren Auftrag. Den Auslandsdeutschen einen Gruß aus ihrer Heimat zu geben!

Seid zwölf Jahren befuhr kein deutschen Kriegsschiff mehr die ostindischen Gewässer. Der Besuch des Schiffes wurde folgendermaßen empfunden:

„Es ist wie ein lang erwartetes  und doch plötzlich aufflammendes Feuerzeichen auf fernem Gipfel, die Verkündigung, dass Deutschland lebt, dass es trotz aller Not noch will, dass keine Hand – so schwer sie auch auf ihm laste – es zu erdrücken vermag. Es ist uns willkommen und gegrüßt, dieses lichte Feuerzeichen aus der Ferne! Wie jeder auch politisch von uns eingestellt sein mag, zum Empfange dieses Schiffes soll es für uns alle ohne Ausnahme nur eine Pflicht geben, einig nach Innen und Außen in dem Ausdruck unserer Gefühle zu sein. Das kommende Schiff ist ein werbendes Stück Heimat und dies Schiff führt unsere Flagge und dieses Schiff und die deutsche Flagge wollen wir einig und ehrfurchtsvoll begrüßen, als käme die Heimat selbst, uns hier in der Ferne zu suchen!“

 

Die Wege des Kreuzers „Hamburg“ und des Fischkutters „Hamburg“ kreuzten sich hier. Oberleutnant „Carl Kircheiß“, der frühere erste Offizier des „Grafen Luckner„, segelte mit diesem Kutter um die Welt und erwartete nun hier den Namensvetter in „Tanjung Perak“  dem Hafen von „Surabaya“.

Fischkutter Hamburg - Carl Kircheiß

Fischkutter Hamburg – Carl Kircheiß

Von dort aus unternahmen sie einen Ausflug in das Bergstädtchen „Tetres“ und besichtigten den erloschenen Vulkan. Von dort aus ging es weiter nach „Singosari“ wo sie alte Hindugötzenbilder zu sehen bekamen. Den Abschluß bildete der Markt in „Malong“.


Quelle: Hans-Georg von Friedeburg: 32000 Seemeilen auf blauem Wasser. Erlebnisse auf der Weltreise des Kreuzers “Hamburg” 1926/1927. Wilhelm Köhler Verlag, Minden in Westfalen, o.J. um 1928

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