29.11.1926 Aden

Die Südspitze Arabiens kam am 29.11.1926 am frühen Morgen in Sicht. Der „Kreuzer“ erreichte den Hafen Aden um zu Kohlen.

Zur selben Zeit lag die ehemalige „SMS Straßburg“ dort mit einer Maschinenhavarie, die bereits neun Monate anhielt. Das Schiff musste nach dem Krieg an Italien abgegeben werden. Schadenfreude kam bei der Besatzung der „Hamburg“ auf, denn das Schiff war nicht für die Italiener gebaut worden, noch hatten sie es im ehrlichem Kampfe erobert.

108 Schiff Taranto [ehemals SMS Straßburg] (vorderseite)

ehemalige SMS Straßburg (ab 1925 Taranto unter italienischer Flagge)

 


Quelle: Hans-Georg von Friedeburg: 32000 Seemeilen auf blauem Wasser. Erlebnisse auf der Weltreise des Kreuzers “Hamburg” 1926/1927. Wilhelm Köhler Verlag, Minden in Westfalen, o.J. um 1928

Colombo englischer Kreuzer Effingahm

14.11.1926 Colombo

Am 14. November erreichte der „Kreuzer“ die Südspitze Britisch-Ceylons. Mehrere englische Kreuzer waren gleichzeitig mit der „Hamburg“ im Hafen Colombos:

Kreuzer Emerald“, „Kreuzer Carysford“, „Kreuzer Dartmouth“, „Kreuzer Castor“ und „Kreuzer Effingham“, der alle anderen übertrumpfte, da er der modernste von allen war. Auf der „Effingham“ hatte der Vizeadmiral Ellerton (vermutlich Walter Maurice Ellerton), der Chef des britisch-ostindischen Geschwaders, seine Admiralsflagge gehisst.

Im Gegensatz zu den bisher bereisten Hafenstädten wehte hier der Besatzung ein rauer Wind entgegen. So wurden keine Einladungen ausgesprochen von „Clubs“, wie es in den anderen Hafenstädten üblich war, sondern eher im Gegenteil herrschte kein Interesse der Engländer an den Deutschen. Die Stimmung war sogar eher gegen die Deutschen eingestellt. So gab es Paragraphen, dass Deutsche in den „Clubs“ nicht erwünscht sind. Pfarrer hetzten bis kurz vor der Ankunft der „Hamburg“ noch gegen Deutschland. Durch eine Einladung des Gouverneurs an den Kommandanten des Kreuzers sollte sich dies ändern und die „Clubs“ zum einlenken bewegen.

Der Kommandant wurde tatsächlich eingeladen vom Gouverneur „Lord Gast“ auf den „Kreuzer Effingham“. So erklang zum ersten male nach dem Krieg die deutsche Nationalhymne auf dem englischen Flaggschiff. Für die kleine deutsche Kolonie bedeutete dieser Besuch sehr viel.


Quelle: Hans-Georg von Friedeburg: 32000 Seemeilen auf blauem Wasser. Erlebnisse auf der Weltreise des Kreuzers “Hamburg” 1926/1927. Wilhelm Köhler Verlag, Minden in Westfalen, o.J. um 1928