19.03.1927 Einlaufen in Wilhelmshaven

Die Nebel zerreißen,
Der Himmel ist helle,
Und Äolus löset
Das ängstliche Band.
Es säuseln die Winde,
Es rührt sich der Schiffer.
Geschwinde! Geschwinde!
Es teilt sich die Welle,
Es naht sich die Ferne;
Schon seh´ ich das Land

Johann Wolfgang von Goethe

Unsere Reise in die Vergangenheit endet mit dem heutigen Tage. Der Kreuzer und seine Besatzung sind glücklich in Wilhelmsaven angekommen. Viele Geschichten, Fotos und Erlebnisse halten bis heute die Erinnerungen wach.

Aus heutiger Sicht ist eine Weltreise kein so großes Unterfangen mehr. Viele Menschen gehen diesen Schritt und in Grunde ist es nur eine Frage des Geldes und jeder kann eine Weltreise unternehmen. 1926 war dies noch ein Unterfangen von dem man eventuell nicht wiederkehrt. Auch die Besatzung des Kreuzers musste Kameraden in der Ferne lassen.

Ich hoffe, dass dem ein oder anderen die Beiträge gefallen haben und das Konzept des Blogs, ein wenig dazu beigetragen hat, in die Welt von damals abzutauchen.

Ich möchte mich ganz herzlich bei den Mitgliedern des http://www.forum-marinearchiv.de bedanken für Ihre Unterstützung und wohlwollenden Hilfestellungen. Besonderen Dank gilt hier Urs Heßling, der mir gerade am Anfang sehr weitergeholfen hat. Ich kann das Forum und seine Mitglieder nur wärmstens empfehlen!

Im Laufe der Zeit haben mich viele „Hinterbliebene“ erreicht, deren Verwandte ebenfalls diese Reise mit unternommen haben. Ich überlege noch in welcher Form dieser Blog eventuell weiter genutzt werden kann. Sollten Sie ebenfalls sich dem Kreuzer und deren Besatzung verbunden fühlen, dann melden Sie sich eifnach bei mir! Ich stelle gerne Kontakt zu anderen her oder veröffentliche Ihre Erinnergungen/Fotos an dieser Stelle.

Bis die weitere Nutzung des Blogs geklärt ist verbleibe ich mit besten Grüßen

Daniel Tegtmeyer

 

Heinrich Tegtmeyer Fähnrich zur See

Heinrich Tegtmeyer

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11.03.1927 Admiral Scheer und Vigo

Wieder auf See traf die Hamburg gemäß Funkspruchvereinbarung auf den Dampfer „Lützow“. Der Passagierdampfer des Nord-deutschen Lloyd hatte den Sieger von Skagerrak , Excellenz Admiral Scheer, an Bord. Der Kommandant hatte Toppflaggen setzen lassen und die Besatzung stand im weißen Arbeitsanzug wie eine Mauer zur Begrüßung. In ca. 100 Meter abstand passierten die Schiffe sich. Die Stimme des ersten Offiziers ertönte:

Drei Hurras für den Sieger vom Skagerrak !

Der alte Flottenchef empfing die Grüße auf der Nock   der Kommandantenbrücke mit entblößtem Haupt. Beiderseits spielten die Kapellen auf. Der Kreuzer leitete ein Wendemanöver ein und zog mit dem Dampfer gleich auf. Stille kehrte ein und der Admiral grüßte Schiff und Besatzung. Die Schiffe lösten sich wieder voneinander und nahmen ihren ursprünglichen Kurs wieder auf.

Am 09.03.1927 stand die Hamburg vor Vigo und feuerte das letzte Mal Salut für eine fremde Flagge. Der deutsche Konsul Herr Kindling begrüßte sie abermals herzlich wie er es schon 1926 getan hatte. Der Aufenthalt wurde zum Kohlen und vor allem zum putzen und Instandsetzen genutzt. Am 11.031927 verließ der Kreuzer bereits wieder Vigo.

 

Quelle: Hans-Georg von Friedeburg: 32000 Seemeilen auf blauem Wasser. Erlebnisse auf der Weltreise des Kreuzers “Hamburg” 1926/1927. Wilhelm Köhler Verlag, Minden in Westfalen, o.J. um 1928

28.02.1927 Palermo

Nach einem Jahr und fünf Tagen betrat die Besatzung der „Hamburg“ wieder spanischen Boden. Diesmal verschlug es sie nach Valencia. Zur Begrüßung hatten die deutschen Dampfer „Falke“ und „Amalfi“ über die Toppen geflaggt. Der deutsche Konsul Herr Buch hatte zusammen mit der 200 köpfigen Kolonie den Aufenthalt der „Hamburg“ vorbereitet. Für sie war es ein besonderes Ereignis, denn seit 14 Jahren war kein deutsches Kriegsschiff mehr zu Besuch gewesen. Die „S.M.S Victoria Lousie?“ war das letzte Schiff gewesen, das die Kolonie besucht hatte.

Für die Besatzung des Kreuzers wurde sogar ein Stierkampf vor den Karneval verlegt. Alle Offiziere wurden von Zivilgouverneur Sr. Alvarez Rodriguez in die Loge eingeladen, während 200 Mann der Besatzung auf den Rängen dem Schauspiel beiwohnen durften. Vor 15000 Zuschauern schmetterte die Bordkapelle ihre Fanfarenmärsche. Als die spanische Kapelle die deutsche Nationalhymne intonierte standen tausende wie ein Mann auf. Ein bewegender Moment für Besatzung und Kolonialisten. Sechs Stiere und sieben Pferde fanden den Tod an diesem Tag. Drei der Stiere weihten die Matadore Deutschland.

Wesentlich friedvoller ging es in „Sagunto“ zu. Zusammen mit dem Gouverneur und anderen Würdenträgern wurde die Burganlage besichtigt. Im Anschluss ging es zu dem Hüttenwerk der „Companhia Siderurgica del Mediterraneo“, dass besichtigt wurde (es arbeiteten viele Deutsche in diesem Werk).

Aber nicht nur Kurzweil stand auf dem Programm, sondern auch ein für die Kadetten unangenehmer Teil der Reise stand bevor: das Examen!

Drei Tage lang dauerte es an. Die schriftlichen Arbeiten wurden dann in Postsäcken verschnürt und verschickt.

Quelle: Hans-Georg von Friedeburg: 32000 Seemeilen auf blauem Wasser. Erlebnisse auf der Weltreise des Kreuzers “Hamburg” 1926/1927. Wilhelm Köhler Verlag, Minden in Westfalen, o.J. um 1928

16.02.1927 Palermo

Der deutsche Konsul Herr Müller konnte den Kreuzer am 16.02.1927 in Palermo begrüßen.

Kanal von Korinth

14.02.1927 Kanal von Korinth

Am 14.02.1927 erreichte die „Hamburg“ den Kanal von Korinth und befuhr somit den vierten Kanal (Suez, Panama, Kaiser-Wilhelm- und Korinth-Kanal). 1928 hatte der Kanal eine Tiefe von 8 Metern und eine Breite  von 22 Metern. Die „Hamburg“ konnte den Kanal noch passieren, doch schon moderne Kriegsschiffe der Zeit konnten dies nicht mehr. Die Durchfahrt dauerte etwa eine Stunde wobei der „Kreuzer“ geschleppt wurde und nicht aus eigener Kraft den Kanal passierte.

Kanal von Korinth

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