28.02.1927 Palermo

Nach einem Jahr und fünf Tagen betrat die Besatzung der „Hamburg“ wieder spanischen Boden. Diesmal verschlug es sie nach Valencia. Zur Begrüßung hatten die deutschen Dampfer „Falke“ und „Amalfi“ über die Toppen geflaggt. Der deutsche Konsul Herr Buch hatte zusammen mit der 200 köpfigen Kolonie den Aufenthalt der „Hamburg“ vorbereitet. Für sie war es ein besonderes Ereignis, denn seit 14 Jahren war kein deutsches Kriegsschiff mehr zu Besuch gewesen. Die „S.M.S Victoria Lousie?“ war das letzte Schiff gewesen, das die Kolonie besucht hatte.

Für die Besatzung des Kreuzers wurde sogar ein Stierkampf vor den Karneval verlegt. Alle Offiziere wurden von Zivilgouverneur Sr. Alvarez Rodriguez in die Loge eingeladen, während 200 Mann der Besatzung auf den Rängen dem Schauspiel beiwohnen durften. Vor 15000 Zuschauern schmetterte die Bordkapelle ihre Fanfarenmärsche. Als die spanische Kapelle die deutsche Nationalhymne intonierte standen tausende wie ein Mann auf. Ein bewegender Moment für Besatzung und Kolonialisten. Sechs Stiere und sieben Pferde fanden den Tod an diesem Tag. Drei der Stiere weihten die Matadore Deutschland.

Wesentlich friedvoller ging es in „Sagunto“ zu. Zusammen mit dem Gouverneur und anderen Würdenträgern wurde die Burganlage besichtigt. Im Anschluss ging es zu dem Hüttenwerk der „Companhia Siderurgica del Mediterraneo“, dass besichtigt wurde (es arbeiteten viele Deutsche in diesem Werk).

Aber nicht nur Kurzweil stand auf dem Programm, sondern auch ein für die Kadetten unangenehmer Teil der Reise stand bevor: das Examen!

Drei Tage lang dauerte es an. Die schriftlichen Arbeiten wurden dann in Postsäcken verschnürt und verschickt.

Quelle: Hans-Georg von Friedeburg: 32000 Seemeilen auf blauem Wasser. Erlebnisse auf der Weltreise des Kreuzers “Hamburg” 1926/1927. Wilhelm Köhler Verlag, Minden in Westfalen, o.J. um 1928